Nach dem es mit dem Theaterstück (´Die Physiker´) ja wie verflucht zu sein scheint - nun läuft es diese und nächste Woche gar nicht -, habe ich mich heute spontan für Kino entschieden. Und bin in die Schauburg. Einer meiner Lieblingsplätze.. Urig, klein, charmant. Ich liebe die Atmosphäre darin. Und die Art von Filmen. Lebensnah, realistischbunt und doch oft von einer Melancholie wie der Klang einer Violine gefärbt. So auch der Film, den ich heute angeschaut habe: “Die Liebenden - von der Last, glücklich zu sein”.
Hat mich sehr berührt. Was mich aber auch nur wenig überrascht. Es ist momentan noch leichter als sonst.
Die Türen sind nun nicht mehr alle sperrangelweit offen, nicht durchweg. Dennoch sind die Schlösser anscheinend auch alle abhanden gekommen. Und beim kleinsten Windstoß… sind sie wieder offen. Oder zumindest die, hinter denen sich die Saiten befinden, die zum erklingen gebracht werden.
So auch mit der Melancholie… Ich mag diese Saiten. Ihre Tiefe. Ihren Klang. Ihre Herbstfarben.
Und es ist so befreiendschön, diese Saiten erklingen lassen zu können. So wie während dem Spaziergang danach. Quer durch die Stadt. Durch den Park daneben. Durch die Seitengassen. An ein paar Cafés vorbei, vor denen Wortfetzen und Hintergrundmusik mich gestreift haben. Der Dämmerung entgegen und an so vielen unterschiedlichen Menschen vorbei. Deren Haltung, Kleidung, Blicke ganz eigene Geschichten erzählen…